Virtual Reality als aufstrebende Technologie in der Immobilienbranche

Gastbeitrag von Daniel Hammer, Goldberg Immobilien Gruppe Nord GmbH

Der Erwerb von Immobilieneigentum in Form einer Wohnung oder eines Hauses ist für die meisten Menschen eine große Investition und sollte daher wohl überlegt sein. Sehr wichtig ist, dass man vor dem Kauf eine genaue Vorstellung davon hat, wie das neue Zuhause aussehen soll. Bisher ist dabei die Vorstellungskraft der zukünftigen Immobilienbesitzer gefragt, denn sie müssen abstrakten Grundrisszeichnungen gedanklich in eine 3dimensionale Ansicht übertragen. Virtuelle Rundgänge durch das zukünftige Heim bieten hier Abhilfe: Käufer können sich vorab ein exaktes Bild des Wohnobjekts machen und gegebenenfalls Änderungswünsche anbringen.

Der Unterschied zwischen der Virtual Reality und einem „einfachen 360-Grad-Rundgang“

Der wohl größte Unterschied eines Virtual Reality (VR) Projektes und einem 360-Grad Rundgang – den Makler heute schon nutzen – ist, dass in der Virtual Reality die Darstellung komplett am Computer generiert wird. Was bedeutet dies für den Nutzer? In einem 360-Grad-Rundgang kann er sich nur von einem Punkt aus umschauen und das auch nur aus einer bestimmten Perspektive, nämlich genau dort wo die 360-Grad-Kamera die Aufnahme gemacht hat. In der VR ist das anders. Hier kann er sich komplett frei bewegen. Kann hinter das Sofa schauen und unter den Wohnzimmertisch. Wenn er einen Meter nach vorne geht, geht er auch in der VR einen Meter nach vorne. So bekommt der Nutzer ein sehr realistisches Gefühl für die Größenverhältnisse, Lage und Lichtverhältnisse der Räumlichkeiten.

VR-Inhalt selber erstellen oder erstellen lassen?

Es gibt derzeit nur wenige Agenturen auf dem Markt, die Immobilienprojekte in VR umsetzen. Je nach Größe des Projekts ist dies mit großem Aufwand und dadurch auch mit hohen Kosten verbunden. Wir bei GOLDBERGImmobilien nutzen in unserem Büro die Software Forestage als direkten Zugang in die VR. Für individuelle Projekte nutzen wir die Unreal 4 Engine, um Räume interaktiv und noch realistischer zu gestalten. Die Software Forestage ermöglicht es, aus einer Architektensoftware wie ArchiCAD oder AutoCAD die fertigen Modelle (wenn diese in 3D gezeichnet sind) direkt in der VR begehbar zu machen. Natürlich wird in einer Architektensoftware die Inneneinrichtung meist eher spärlich dargestellt. Aus diesem Grund bereiten wir mit einer speziellen 3D-Software die Modelle nochmals mit hochwertiger und detaillierter Einrichtung auf und fügen die Umgebung hinzu. So erhalten wir ein realistisches 3D-Modell und verstärken den realen Eindruck.

WARUM NUTZT DIE GOLDBERG IMMOBILIEN GRUPPE NORD DIE VR?

In erster Linie nutzen wir die VR zur Vermarktung unserer Neubauimmobilien. Gerade zu einem Zeitpunkt an dem die Immobilie noch nicht existiert oder sich erst im Anfangsstadium des Baus befindet, ist die VR das perfekte Instrument, um den Kunden seine Immobilie schon im Vorfeld zu präsentieren. Je nach Lage sogar schon mit dem zukünftigen Ausblick auf das Meer.

Welchen Stellenwert wird die VR im Immobilienbereich in den nächsten Jahren einnehmen?

Das kann man heute noch nicht genau sagen. Wir bei Goldberg Immobilien gehen davon aus, dass sich der Trend immer weiter auf die Virtual-, Augmented- und Mixed Reality konzentrieren wird. Firmen wie Facebook oder Google investieren Millionen in diese neuen Technologien und bringen diese stark voran. Die Software und Hardware wird immer besser, so dass sich noch realistischere VR-Erlebnisse erstellen lassen - auch und gerade im Bereich Immobilien. Heute ist die VR noch eher ein Luxusartikel, da sich die Anschaffungskosten für das Equipment im mittleren vierstelligen Bereich befinden. Man benötigt grundlegend eine VR-Brille (HTC Vive oder Oculus Rift) und dazu noch einen leistungsstarken Computer, um ein latenzfreies VR-Erlebnis zu erhalten. Da sich diese Technologie noch in den Kinderschuhen befindet, sind wir sicher, dass wir hier noch Großes erwarten dürfen.